DIE SCHÖNE MÜLLERIN

Extrakonzert
Sonntag, 22. Mai 2011, 19 Uhr
Refektorium PMS am Seminar  Kreuzlingen

Franz Schubert
1797-1828

„Die schöne Müllerin“

Ein Zyklus von Liedern von Wilhelm Müller 1794-1827

Tino Brütsch, Tenor,
Benjamin Engeli, Klavier

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Eine Veranstaltung im Rahmen des Bodenseefestivals

Sponsoren: Helene Wittenauer- und Alice Wartemann – Stiftung
Eintritt Fr. 30.-, Schüler Fr. 5.-, kein Vorverkauf

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Die schöne Müllerin (op. 25, D. 795) ist ein Liederzyklus von Franz Schubert
für Singstimme und Klavier, der 1823 komponiert wurde. Textbasis des Zyklus’ ist die Gedichtsammlung „Die schöne Müllerin“ von Wilhelm Müller, die in den 1821 erschienenen „77 nachgelassenen Gedichten aus den Papieren eines reisenden Waldhornisten“ enthalten ist. Schubert hat von den 25 Gedichten 20  vertont, wodurch die vom Dichter intendierte Ironie im romantischen Sinne und der pessimistische Schluss aufgehoben wurden.  Der Inhalt bezieht sich –biographischen Quellen und Briefen zufolge – auf Müllers unerfüllte Liebe zu Luise Hensel.

Der Inhalt ist typisch romantisch: Ein junger Müllersgeselle befindet sich auf Wanderschaft. Er folgt dem Lauf eines Baches, der ihn schließlich zu einer Mühle führt. Dort verliebt er sich in die Tochter seines neuen Meisters. Doch die angestrebte Liebesbeziehung zur schönen und für ihn unerreichbaren Müllerin scheitert.

Zwar scheint sie ihm vielleicht zunächst nicht abgeneigt. Doch dann wendet sie sich einem Jäger zu, denn dieser hat den angeseheneren Beruf und verkörpert Maskulinität und Potenz. Aus Verzweiflung darüber ertränkt sich der unglückliche Müller in dem Bach, der im Liederzyklus selbst den Rang einer teilnehmenden „Figur“ einnimmt: Er wird häufig vom Müller direkt angesprochen; im vorletzten Lied (Der Müller und der Bach) singen beide im Wechsel, im letzten Lied schließlich (Des Baches Wiegenlied) singt der Bach ein wehmütiges Schlaf- und Todeslied für den Müller, der in ihm ruht wie im Totenbett.

Der Bach wird als Freund des Müllers angesehen, aber er kann auch als Feind wie Mephistopheles gedeutet werden, denn er führt den Müller in den Tod.

Die ersten Lieder des Zyklus’ sind freudig und vorwärts drängend komponiert, was sich auch in der schnellen Klavierbegleitung niederschlägt. Der zweite Teil, beginnend mit dem Lied „Pause“, kippt in Resignation, Wehmut und ohnmächtigen Zorn um und ähnelt in seiner Todessehnsucht dem zweiten großen vokalen Werk Schuberts: Die Winterreise.

Die Hälfte der Titel des zweiten Teils sind deshalb bezeichnenderweise in Moll gehalten. Die Grenzen zwischen unbändigem Lebenswillen, Angst und Verzagtheit, Wehmut bis hin zur Depression sind  in beiden Liederzyklen weit ausgelotet. In der Komposition spiegelt sich neben Schuberts eigener unglücklicher Liebe auch seine von schwerer Krankheit  geprägten Lebensstimmung.

Tino BrütschTino Brütsch – Tenor

Der freischaffende Tenor Tino Brütsch bestreitet eine reiche Konzerttätigkeit im In- und Ausland, überwiegend in den Bereichen Oratorium, Lied und Kammermusik. Dank seiner wandlungsfähigen Stimme reicht sein Repertoire von Werken der Renaissance bis zur zeitgenössischen Musik.

Nach fünf Studienjahren in Psychologie und Musikwissenschaft an der Univerität Bern wechselte Tino Brütsch für das Sologesangsstudium an die Hochschule für Musik und Theater (HMT), der heutigen Hochschule der Künste, in Zürich.

Er schloss dieses 1999 mit dem Lehrdiplom bei Kurt Huber und 2002 mit dem Konzertdiplom mit Auszeichnung in der Klasse von Christoph Prégardien ab. Tino Brütsch lebt in Laufenburg, Schweiz.

Benjamin EngeliBenjamin Engeli – Klavier

Benjamin Engeli, geboren 1978, stammt aus einer Kreuzlinger Musikerfamilie. Schon früh begeisterte er sich für verschiedene Instrumente. Nebst dem Hornunterricht erhielt er einen regulären Klavierunterricht, aber erst als Fünfzehnjähriger bei Adrian Oetiker, bei dem er bis zu seiner Lehrdiplomprüfung an der Musikakademie Basel studierte.

Ab Oktober 2000 wurde er in der Meisterklasse der Musikhochschule Zürich von Homero Francesch betreut, wo er 2003 mit dem Solistendiplom abschloss.

Benjamin Engeli ist ein allseits gefragter Kammermusiker. Weitherum bekannt ist er geworden mit dem Tecchler Trio. Seit drei Jahren wirkt er mit im „Gershwin Piano Quartet“.Aber auch seine solistische Karriere ist ihm wichtig.

Seit Herbst 2009 ist er an der Musikakademie Basel als Kammermusikdozent tätig.

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Datum: Montag, 28. März 2011 19:35
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